Neue Publikationen und Vorträge

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Taschenbuch "Wir können uns ändern" erschienen

Bei Oekom ist „Wir können uns ändern. Gesellschaftlicher Wandel jenseits von Kapitalismuskritik und Revolution“ erschienen. Warum fallen uns Veränderungen so schwer? Warum gelingt die Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft nicht? Scheitern wir mit unseren Vorsätzen an unseren Genen? Oder ist der Kapitalismus an allem schuld? Felix Ekardt liefert in seinem Buch eine kompakte und innovative Analyse, die zugleich zeigt, wie wir Wandel tatsächlich herbeiführen können: hier

Über Terroranschläge reden - oder Klima, Biodiv, Terror lösen?

Terroranschläge als Dauerthema begünstigen Angst, Illiberalität und neue Anschläge – und überlagern größere Gefahren. Für die wir dann keine Kapazität mehr haben. Dazu und zu Strategien, die über einen Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen die ganz verschiedenen Probleme parallel angehen könnten, ein ZEIT-Artikel von Felix Ekardt: hier

"Theorie der Nachhaltigkeit": erweitert und überarbeitet

Bei Nomos ist „Theorie der Nachhaltig-keit: Ethische, rechtliche, politische und transformative Zugänge - am Beispiel von Klimawandel, Ressourcenknappheit und Welthandel“ von Felix Ekardt in 3. Aufl. (2. Aufl. der Neuausgabe) erschienen mit einem eigenen, breiten Ansatz zu den Grundlagen von Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit, zur Menschenrechtstheorie, zu den Ursachen fehlender Nachhaltigkeit und zu einer wirksamen Klima- und Ressourcenpolitik: Abstract und Bestellformular

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Landnutzung, Bioenergie, Phosphor

Die Forschungsstelle arbeitet seit einiger Zeit intensiv zu Fragen der Landnutzung, etwa in den Bereichen Phosphorknappheit oder Landnutzung und Klimawandel. Diese Bereiche haben politisch, obwohl es um essentielle Probleme geht, bisher bei weitem zu wenig Aufmerksamkeit erhalten. Dabei geht es auch darum, die Strukturprobleme einer rein auf "Verbote" oder auf "technische Innovation" setzenden Politik deutlich zu machen (etwa Rebound-Effekte, räumliche, ressourcenbezogene und sektorielle Verlagerungseffekte, Zielschwächen, Vollzugsschwächen, Abbildbarkeitsprobleme u.ä.) und stattdessen Mengensteuerungskonzepte zu entwickeln. Sie sollen Probleme mit P, N, Klimaschutz, Biodiversität, Bodendegradation und weiteren Umweltproblemen soweit wie möglich parallel bedenken. Anfang 2015 starteten zum Phosphor mehrere Drittmittelprojekte.

Die Schnittmenge von Landnutzungs- und Energiethemen wird besonders bei der Bioenergie sichtbar. Die Klimapolitik setzt außerdem neuerdings stark auf eine ausgebaute Biomassenutzung zur Strom-, Wärme- und Treibstoffgewinnung. Die energetische Biomassenutzung, die die Forschungsstelle seit einem zweijährigen BMU-Projekt ab 2007 intensiv beschäftigt, weist eine Reihe ökologisch-sozialer Vorteile, aber auch Nachteile auf. Das europäische und deutsche Bioenergierecht löst diese nicht immer hinreichend auf. Nachhaltigkeitskriterienkataloge können diese Rolle auch strukturell nur begrenzt übernehmen. Sie bilden die nötige Komplexität nicht ab, vermeiden Verlagerungseffekte nicht und können zentrale Aspekte (etwa das Welternährungsproblem) erst gar nicht abbilden; zudem besteht ein gravierendes Vollzugsproblem. Wirkungsvoller für die Bioenergienutzung selbst wie auch in der Energiepolitik insgesamt wären aber strikte Treibhausgasreduktionsziele und eine globale Treibhausgas-Mengensteuerung über einen C-Preis – die den Gesamtverbrauch senken und damit die ökologisch-sozialen Ambivalenzen überschaubarer machen würden, wenn langfristig die erneuerbaren Energien 100 % der Versorgung in einer „kohlenstofffreien Wirtschaft“ übernehmen.

Ende 2010 ist im LIT Verlag ein Buch von Felix Ekardt, Bettina Hennig und Anna Hyla zu diesem Themenfeld erschienen. Es bündelt neue Erkenntnisse der Forschungsgruppe. Am Beispiel der Landnutzung – als zweitem zentralem Faktor für den Klimawandel neben den fossilen Brennstoffen – lassen sich generell die Grenzen der Klimapolitik und besonders des Emissionshandels besonders gut analysieren. Insofern erweist sich, dass Klimaschutzrecht und auch der Emissionshandel nicht per se „hilfreich“ ist, sondern nur dann, wenn anspruchsvolle Ziele, ein strenger Vollzug, die Vermeidung von Rebound- und Verlagerungseffekten, von Kumulationsproblemen sowie eine Lösung von Erfassbarkeits- und Baselineproblemen gelingen – neben einer weltweiten Einbeziehung aller Staaten sowie der Lösung von sozialen Verteilungsfragen. Mehr noch als der bisherige, kritikwürdige Emissionshandel haben indes reine Effizienz-, Technik- und Ordnungsrechts-Ansätze mit der Lösung globaler Mengenprobleme aufgrund der eben genannten Faktoren massive Probleme. Dies sowie Fragen der Bioenergie, der WTO und der Menschenrechte analysiert dieser Band: hier

Eine zentrale Rolle in der Arbeit und in den Studien der Forschungsstelle zur Landnutzung spielt in letzter Zeit auch die Auseinandersetzung um die grüne Gentechnik und ihre Ambivalenzen. Ein im März 2011 erschienenes, mehrere Drittmittelprojekte dokumentierendes Buch im LIT Verlag, hrsg. von Felix Ekardt, Bettina Hennig und Steffi Ober, widmet sich der bisher kaum untersuchten Frage, ob und inwiefern den Belangen des Artenschutzes im Rahmen des geltenden Rechts bei der erstmaligen Freisetzung, beim Inverkehrbringen und beim kommerziellen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen angemessen Geltung verschafft werden kann. Dabei zeigt sich, dass sowohl der Artenschutz innerhalb des Gentechnikrechts als auch das Artenschutzrecht gegenüber dem Gentechnikrecht oft nur suboptimal zur Geltung kommen. Dies ist ein Befund, der dem landläufigen Bild eines starken Naturschutzregimes und eines strengen Gentechnik-Risikomanagements zuwiderläuft. Dies führt auch zu Problemen mit Relevanz für Grundrechte und Demokratie. Bitte klicken Sie hier

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